Bundesaußenminister Johann Wadephul hat der Ukraine bei einem Besuch in Kiew zusätzliche humanitäre Hilfe in Höhe von 50 Millionen Euro zugesagt. Das Geld soll nach Angaben aus dem Besuchsumfeld vor allem Menschen in frontnahen Regionen zugutekommen und bei der Vorbereitung auf den kommenden Winter helfen.
Vorgesehen sind unter anderem Reparaturen an Wohnungen sowie mobile Sanitäranlagen und Heizgeräte. Zusätzlich will Deutschland zehn Millionen Euro in einen NATO-Fonds einzahlen, aus dem unter anderem Energieversorgung, Sanitätsmaterial und Anlagen zur Drohnenabwehr unterstützt werden.
Flugverteidigung bleibt Schwerpunkt
Wadephul bezeichnete den Schutz vor russischen Raketen- und Drohnenangriffen weiterhin als besonders dringlich. Er verwies auf Gespräche mit europäischen und außereuropäischen Partnern über zusätzliche Systeme. Eine konkrete Zusage weiterer Systeme gebe es noch nicht.
Diplomatie und Sanktionen
Bei den Gesprächen in Kiew ging es zudem um neue Sanktionen gegen Russland und um die Rolle der USA bei möglichen Verhandlungen. Wadephul unterstützte Vorbereitungen für weitere EU-Sanktionsmaßnahmen und betonte zugleich, dass diplomatische Gesprächskanäle offengehalten werden müssten.
Einordnung: Die Zusage verbindet unmittelbare Winterhilfe mit militärisch flankierenden Unterstützungsinstrumenten. Für die kommenden Monate dürfte vor allem entscheidend werden, ob zusätzliche Luftverteidigung tatsächlich bereitgestellt werden kann.
tagesschau.de · Original öffnen ↗